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Sicherheitseinweisung an Bord: die 15 Minuten, die deinen Törn retten

Tag eins, die Yacht liegt frisch übernommen in der Box, die Sonne knallt aufs Deck und die Crew will nur eins: ablegen. Und du? Du sollst jetzt die Sicherheitseinweisung machen.

Hand aufs Herz: Wie oft hast du das schon im Schnelldurchlauf runtergebetet, während die halbe Crew schon mit den Gedanken in der ersten Bucht war? „Rettungswesten sind im Backskasten, Feuerlöscher hängt da, passt schon.“ Drei Minuten, abgehakt, Leinen los.

Das Problem dabei: Eine Einweisung, die keiner behält, ist keine Einweisung. Sie ist ein Häkchen auf deinem Gewissen. Und wenn es wirklich mal knallt, steht plötzlich jemand am Ruder, der nicht weiß, wo der MOB-Knopf ist.

Warum die Sicherheitseinweisung kein lästiges Ritual ist

Als Skipper trägst du die Verantwortung für Schiff und Crew. Das ist kein Spruch fürs Logbuch, das ist gelebter Alltag, sobald die Leinen los sind. Unterlässt du die Einweisung und es passiert etwas, kann das schnell als grobe Fahrlässigkeit ausgelegt werden, und dann wird es auch beim Versicherungsschutz ungemütlich.

Aber mal abgesehen vom Papierkram: Die meisten Unfälle an Bord sind keine Hollywood-Dramen. Es ist der Sturz beim Gang aufs Vorschiff, der Kopf am Großbaum, die Hand in der Winsch. Genau das fängst du mit zehn ruhigen Minuten im Hafen ab, bevor das Schiff schaukelt und die Aufmerksamkeit sinkt.

Was wirklich in eine gute Sicherheitseinweisung gehört

Du musst nicht jede Schraube erklären. Du musst die Dinge erklären, die im Ernstfall zählen. Das hier ist das Gerüst, das sich über die Jahre bewährt hat.

Bewegung an Bord. Die goldene Regel zuerst: eine Hand für das Schiff, eine für dich. Festgehalten wird an festem Material, nicht am Relingsdraht. Auf der Luvseite nach vorne, den Niedergang rückwärts runter. Klingt banal, verhindert aber die meisten blauen Flecken und Schlimmeres.

Rettungswesten, und zwar richtig. Jeder bekommt seine eigene Weste für den ganzen Törn und legt sie einmal an. Schrittgurt schließen nicht vergessen, sonst rutscht das Ding im Wasser über den Kopf. Bei Charterwesten lohnt sich ein kurzer Blick aufs Kontrollfenster, ob die Patrone noch grün ist.

Mann über Bord. Hier entscheidet sich alles in Sekunden, deshalb verteilst du die Rollen vorher: Eine Person zeigt ununterbrochen auf den Verunglückten und lässt ihn nicht aus den Augen. Eine wirft Rettungsring und Boje. Eine drückt den MOB-Knopf am Plotter. Eine fährt das Manöver. Wer das einmal trocken durchgesprochen hat, gerät im Ernstfall nicht in Schockstarre.

Feuer, Gas und Wassereinbruch. Wo hängen die Feuerlöscher, wie funktionieren sie (auf die Basis der Flamme zielen, nicht in die Flammen)? Wo ist die Löschdecke? Beim Gas der Merksatz, der Leben rettet: Propan ist schwerer als Luft und sammelt sich unten, bei Gasgeruch also kein Schalter, kein Funke, erst lüften und absperren. Und die Seeventile zeigen, dazu die Holzpfropfen, die an vielen Charteryachten daneben hängen.

Funk, Rettungsinsel und Notrollen. Mindestens eine zweite Person muss einen Notruf absetzen können, falls du selbst ausfällst. Kanal 16, DSC-Taste, fertig. Die Rettungsinsel zeigst du samt der Regel, in die man erst steigt, wenn das Deck schon unter Wasser steht. Und am Ende bekommt jeder seine feste Aufgabe für den Notfall.

Das eigentliche Geheimnis: zeigen statt vorlesen

Die beste Einweisung redet nicht, sie lässt machen. Statt „der Feuerlöscher hängt da hinten“ lieber: „Tom, zeig mir, wo der Feuerlöscher hängt.“ Statt eines Monologs lieber drei Punkte, dann eine kurze Frage in die Runde. Wer selbst antworten muss, ist plötzlich wach.

Profis machen das so seit Jahren: kurz, konkret, mit kleinen Aha-Momenten. Niemand merkt sich fünfzehn Minuten Dauerbeschallung. Aber jeder merkt sich den Satz „Propan sinkt nach unten“, wenn er einmal gefallen ist und kurz darauf abgefragt wurde.

Warum am Ende jeder bestätigen sollte

Jetzt der Teil, den fast alle weglassen: die Bestätigung. Nicht, weil Papier schön ist, sondern weil sie zwei Dinge tut. Erstens zwingt sie jeden, kurz innezuhalten und „ja, verstanden“ zu sagen, statt nur zu nicken. Zweitens sichert sie dich als Skipper ab, weil dokumentiert ist, dass du eingewiesen hast.

Ein ehrlicher Hinweis dazu, weil im Netz viel Unsinn kursiert: Eine solche Bestätigung ist eine Beweissicherung, dass die Einweisung stattgefunden hat. Sie ist kein Freifahrtschein und kein Haftungsverzicht, grobe Fahrlässigkeit lässt sich nicht wegunterschreiben. Sie hält fest „Ich wurde eingewiesen und habe es verstanden“, und genau das ist im Zweifel Gold wert.

Wie wir das in Sailto gelöst haben

Ehrlich gesagt war genau dieser Moment im Hafen der Auslöser. Wir wollten eine Einweisung, die hängen bleibt und nicht im Geplapper untergeht.

In Sailto startet der Skipper die Sicherheitseinweisung, und die ganze Crew bekommt einen Link. Jeder öffnet sie am eigenen Handy und geht interaktiv durch die Abschnitte, mit kurzen „Warum ist das wichtig?“-Häppchen und Mini-Quizfragen, die das Wissen festklopfen. Wer abhakt, sieht es bei allen anderen in Echtzeit. Und ganz am Schluss bestätigt jeder verbindlich mit Namen, dass er die Einweisung verstanden hat. Du als Skipper siehst auf einen Blick, wer schon bereit ist und wer noch nicht.

Aus den drei genuschelten Minuten werden so zehn, die wirklich sitzen, und du hast die Bestätigung schwarz auf weiß.

Häufige Fragen zur Sicherheitseinweisung

Ist eine Sicherheitseinweisung auf der Charteryacht Pflicht?

Eine starre Vorschrift mit Stoppuhr gibt es nicht, aber als Schiffsführer bist du für die Sicherheit deiner Crew verantwortlich. Unterlässt du die Einweisung, riskierst du im Schadensfall den Vorwurf grober Fahrlässigkeit. Praktisch heißt das: immer machen.

Wie lange dauert eine gute Einweisung?

Im Hafen, bei ruhigem Schiff, brauchst du für eine vernünftige Einweisung etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Länger wird es nur, wenn die Crew das erste Mal überhaupt segelt.

Sollte die Crew die Einweisung unterschreiben?

Eine Bestätigung ist sehr zu empfehlen. Sie dient als Nachweis, dass du eingewiesen hast, und gehört idealerweise auch ins Logbuch. In Sailto bestätigt jeder digital mit Zeitstempel.

Was hat das mit meiner Versicherung zu tun?

Im Schadensfall prüft die Versicherung, ob du als Skipper deine Sorgfaltspflichten erfüllt hast. Eine dokumentierte Einweisung ist hier ein starkes Argument auf deiner Seite.

Eine Crew, die weiß, wo alles ist und was zu tun ist, segelt entspannter. Und du schläfst auf der ersten Ankernacht ruhiger. Wenn du deine nächste Einweisung nicht mehr aus dem Bauch heraus machen willst, probier Sailto aus und lass die ganze Crew per Link mitmachen.