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Charterübernahme-Checkliste: so übernimmst du die Yacht, ohne bei der Kaution draufzuzahlen

Eine gründliche Charterübernahme entscheidet, ob dein Törn entspannt startet oder mit Ärger bei der Kaution endet. Und trotzdem läuft sie fast überall gleich ab: Du kommst nach langer Anreise an der Basis an, der Stützpunktleiter hat drei weitere Crews gleichzeitig am Steg, und alles soll schnell gehen. Übergabeprotokoll im Eiltempo, hier unterschreiben, dort die Schlüssel, viel Spaß und gute Fahrt.

Zwei Wochen später bei der Rückgabe dann die böse Überraschung: ein Kratzer am Rumpf, den angeblich du verursacht hast. Beweisen kannst du das Gegenteil nicht. Die Kaution? Erstmal weg.

Genau hier entscheidet sich, ob dein Törn entspannt anfängt oder mit einem mulmigen Gefühl. Die Charterübernahme ist kein Bürokram, den man wegnickt. Sie ist deine Versicherung gegen genau diesen Moment an der Rückgabe.

Worum es bei der Charterübernahme wirklich geht

Kautionen liegen heute oft zwischen 2.000 und 3.000 Euro, bei großen Katamaranen auch mal jenseits der 8.000. Und der mit Abstand häufigste Streitpunkt sind Schäden an Rumpf, Heck und Aufbauten. „Verschleiß oder selbst gemacht?“ lässt sich am Ende des Törns kaum noch klären, am Anfang dagegen in einer Minute.

Die zweite Baustelle ist die Funktion. Springt der Motor an, kommt Kühlwasser aus dem Auspuff, läuft die Rollfock frei? Was du am Steg nicht prüfst, fällt dir spätestens bei 25 Knoten in der Ansteuerung auf die Füße.

Deshalb gilt: erst das Boot checken, dann das Gepäck an Bord. Und nimm dir die Zeit, die du brauchst, auch wenn der Stützpunkt drängelt.

Die Charterübernahme-Checkliste, Bereich für Bereich

Diese Charterübernahme-Checkliste arbeitest du am besten von vorne nach achtern und dann unter Deck durch. Wer eine größere Crew hat, verteilt die Bereiche, dann ist die Übernahme in einer halben Stunde durch statt in zwei.

Decksbereich, Rigg und Segel. Bug und Gelcoat auf Risse und Macken absuchen, Relingsdrähte und Stützen prüfen, Mast und Wanten in Augenschein nehmen. Großsegel und Rollfock einmal ansehen, am besten ein Probeschlag. Splinte mit Tape gesichert?

Anker und Ankergeschirr. Wie lang ist die Kette wirklich, gibt es Markierungen? Winsch einmal kurz hoch und runter laufen lassen und nachfragen, wie das manuelle Fieren geht, falls der Strom wegbleibt.

Cockpit und Steuerung. Ruder leichtgängig, Instrumente plausibel, Winschen und Klemmen in Ordnung. Lass dir die Notpinne zeigen, du willst nicht bei Welle danach suchen.

Rumpf außen, und jetzt kommt der wichtigste Tipp: Fender hochnehmen. Darunter verstecken sich die typischen Anlegeschäden. Jeden Kratzer einzeln fotografieren und ins Protokoll eintragen. Viele erfahrene Skipper filmen einmal komplett um das ganze Schiff, mit Zeitstempel. Das ist deine beste Lebensversicherung gegen die Kautionsdiskussion.

Motor und Antrieb. Starten, schalten, Kühlwasser kontrollieren, Ölstand, Keilriemen, Motorbilge trocken? Tankfüllung notieren, im Zweifel volltanken. Und einmal nach dem letzten Service fragen.

Elektrik, Wasser, Gas. Batterie-Hauptschalter, Navigationslichter, UKW mit Kanal 16 und DSC, AIS und Plotter. Frischwassertanks, WC und alle Seeventile. Beim Gas die Absperrung zeigen lassen und nach der Gasprüfbescheinigung fragen.

Sicherheitsausrüstung. Hier zählt nicht nur „vorhanden“, sondern auch die Daten: Rettungswesten in passender Größe und Anzahl, Wartungsdatum der Rettungsinsel, Prüfdatum der Feuerlöscher, Ablaufdatum der Signalmittel. Notiere die Zahlen, sie können später wichtig werden.

Dinghy, Inventar, Papiere. Schlauchboot und Außenborder kurz testen, Inventarliste durchgehen (was bei Rückgabe fehlt, wird dir berechnet), und die Schiffspapiere, der Chartervertrag, die Crewliste und die Notfallnummern der Basis griffbereit.

Zum Schluss: das Übergabeprotokoll von beiden Seiten unterschreiben lassen. Erst dann ist der Zustand verbindlich festgehalten.

Der Praxis-Trick bei der Bootsübernahme

Defekte, zu kurze Leinen oder fehlendes Werkzeug reklamierst du am Steg, nicht unterwegs. Am Steg bekommst du Ersatz, draußen ärgerst du dich. Und ein Skipper, der die Übernahme ruhig und systematisch durchzieht, gewinnt nebenbei sofort das Vertrauen seiner Crew. Die merkt nämlich genau, ob da jemand weiß, was er tut.

Charterübernahme mit Sailto: Bereiche in der Crew aufteilen

Die klassische Übernahme scheitert selten am Wissen, sondern an der Hektik und daran, dass eine Person versucht, alles allein zu prüfen. Genau das haben wir umgedreht.

In Sailto startet der Skipper die Charterübernahme und teilt einzelne Bereiche an Crew-Mitglieder zu. Einer nimmt sich das Deck und das Rigg, einer den Motor und die Technik, einer die Sicherheitsausrüstung. Jeder arbeitet seinen Bereich am Handy ab, hakt ab, trägt Mengen und Wartungsdaten ein und fotografiert Schäden direkt am jeweiligen Prüfpunkt. Alle sehen in Echtzeit, was schon erledigt ist.

Am Ende hast du eine vollständige, dokumentierte Übernahme mit Fotos, statt einem zerknitterten Zettel und „ich glaube, der Kratzer war schon da“. Aus einer zähen Stunde Alleingang wird gemeinsame Teamarbeit von zwanzig Minuten.

Häufige Fragen zur Charterübernahme

Wie lange dauert eine ordentliche Charterübernahme?

Allein gut eine Stunde, mit aufgeteilten Bereichen in der Crew oft nur 20 bis 30 Minuten. Plan die Zeit fest ein und lass dich nicht hetzen.

Was mache ich bei einem Schaden während des Törns?

Sofort dokumentieren, mit Fotos und möglichst schriftlich festhalten, und die Basis informieren. Je sauberer die Doku, desto reibungsloser die Abwicklung über die Kaution.

Lohnt sich eine Kautionsversicherung?

Für viele ja. Sie übernimmt den einbehaltenen Selbstbehalt im Schadensfall, die Prämie liegt grob bei wenigen Prozent des Charterpreises. Ob sie sich rechnet, hängt von Revier, Bootsgröße und deinem Bauchgefühl ab.

Worauf muss ich bei der Rückgabe achten?

Meist gilt: vollgetankt zurück, Frischwasser auffüllen, Fäkalientank leeren, Müll raus, aufgeräumt und sauber. Sonst drohen Abzüge. Und die Übernahmefotos aufheben, bis die Kaution wieder auf deinem Konto ist.

Übrigens: Direkt nach der Übernahme folgt die Sicherheitseinweisung an Bord — auch die erledigst du mit Sailto in wenigen Minuten, inklusive verbindlicher Bestätigung der ganzen Crew.

Wer sich vorab tiefer einlesen will, findet bei erfahrenen Fahrtenseglern ausführliche Ratgeber zur Yachtübernahme. Die Grundlogik bleibt aber immer dieselbe.

Eine saubere Übernahme kostet dich eine halbe Stunde und spart dir im Zweifel ein paar Tausend Euro. Wenn du deine nächste Charterübernahme im Team und mit lückenloser Fotodoku machen willst, schau dir Sailto an.