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Segeltörn-Apps im Vergleich 2026: Bordcrew, plan2sail, Splid und Sailto

Bordcrew, plan2sail, Splid und Sailto wollen alle dasselbe Chaos beenden: Chatgruppen, Tabellen und Zettel vor dem Törn. Sie tun es unterschiedlich. Ein Vergleich von Sailto, der auch sagt, wo Sailto nicht die beste Wahl ist.

Vier Smartphones nebeneinander auf dem Teak-Cockpittisch einer Segelyacht im Abendlicht, dazwischen eine gefaltete Seekarte, Sonnenbrille und ein Tampen

Kurz gesagt

Für eine Crew, die vor allem unterwegs Track, Fotos und Chat in einer App will, ist Bordcrew die rundeste Wahl. Wer nur die Kosten fair teilen möchte, kommt mit Splid aus. plan2sail richtet sich an iPad-Nutzer, die Törn und Meilenbuch offline führen wollen. Sailto ist die Wahl, wenn die Organisation der Crew im Vordergrund steht: Einstieg per Link ohne App-Installation, Profile mit Scheinen und Allergien, Kabinenplan, Bordkasse mit zwei Modellen und Ausgleichsvorschlag — und als einzige der vier hier verglichenen Apps mit einer Ebene für Vereine und Skipperschulen, die viele Törns pro Saison organisieren. Dieser Vergleich stammt von Sailto, Stand September 2026.

Jede Crew kennt den Moment: Die Yacht ist gebucht, die WhatsApp-Gruppe hat 200 Nachrichten, irgendwo darin stehen drei Segelscheine als Foto, eine Nussallergie und die Frage, wer eigentlich den Diesel bezahlt hat. Genau dieses Chaos wollen vier Apps beenden: Bordcrew, plan2sail, Splid und Sailto.

Sie tun es sehr unterschiedlich. Und weil wir eine davon selbst bauen, sagen wir es vorab: Dieser Vergleich ist von Sailto geschrieben. Wir haben uns bemüht, fair zu bleiben, und nennen die Punkte, an denen andere vorne liegen. Die Angaben zu den anderen Apps stammen von deren Websites und App-Store-Seiten und geben deren öffentliche Darstellung wieder, Stand September 2026. Wer einen Fehler findet, schreibt uns.

Die vier Apps in einem Absatz

Bordcrew ist eine native App für iPhone und Android. Sie begleitet den ganzen Törn: Abstimmung über Revier und Termin, Routenplanung in Etappen, Aufgaben, Proviant- und Packlisten, Checklisten für Übernahme, Sicherheitseinweisung und Rückgabe, Logbuch mit GPS-Track auf OpenSeaMap, Wetter, Gruppenchat mit Push, Fotos je Tag, Bordkasse, PDF-Export von Crewliste und Logbuch. Die Grundnutzung ist kostenlos, bezahlt wird für Fotospeicher.

plan2sail gibt es zweimal: als App für iPhone und iPad — laut App Store kostenlos, für das iPad optimiert, offline nutzbar, mit Apple-Pencil-Unterstützung im Meilenbuch — und als Web-Anwendung unter plan2sail.app, in die sich die Crew im Browser einloggt. Sie bündelt Törnplanung, Crew und Kontakte, eine Bordkasse mit Abrechnung, Pack- und Einkaufslisten, Notizen und Dokumente, einen Überblick zu Route und Wetter sowie ein Meilenbuch.

Splid ist keine Segel-App, sondern ein Kostenteiler für Gruppen, kostenlos nutzbar, offline, mit mehreren Währungen. Auf Segeltörns ist Splid seit Jahren verbreitet, weil es genau eine Sache gut macht: die Bordkasse abrechnen. Alles andere macht es nicht.

Sailto ist eine Web-App, die im Browser läuft und sich auf den Startbildschirm legen lässt. Sie konzentriert sich auf die Crew: Einladung per Link, Profile mit Scheinen, Allergien, Notfallkontakt und Kabinenwunsch, Kabinenplaner, Bordkasse in zwei Modellen mit Ausgleichsvorschlag, Einkaufs- und Packlisten mit Vorlagen, Umfragen, Törn-Kalender, Sicherheitseinweisung mit Bestätigung je Person, Charterübernahme, Logbuch und Seemeilennachweis, Dokumente. Dazu eine Ebene für Vereine und Skipperschulen. Die Organisation ist kostenlos, Extras kosten einmalig pro Törn. Die Daten liegen auf einem Server in Deutschland; für KI-Funktionen, Zahlung und Kartenkacheln kommen Anthropic, Stripe und OpenStreetMap hinzu.

Vergleichstabelle nach Funktionen

Bordcrew plan2sail Splid Sailto
Plattform iOS, Android (nativ) iOS und iPad (nativ), dazu Web-App iOS, Android Web-App, jedes Gerät
Einstieg der Crew Link, App-Installation nötig App aus dem Store oder Login im Browser App, ohne Registrierung nutzbar Link im Browser, Konto, keine Installation
Crew-Profile (Scheine, Allergien, Notfallkontakt) Rollen, Anreisestatus Crew und Kontakte nein ja, strukturiert
Kabinenplan nein nein nein ja, mit Schnarcher-Hinweis; Drag-and-drop im Törn-Pass
Bordkasse ja ja, mit Abrechnung ja, Kernfunktion; über 150 Währungen, PDF- und Excel-Export Splitwise-Modus frei, Topf-Modus im Törn-Pass, Ausgleichsvorschlag, Belege, PDF
Einkaufs- und Packlisten ja ja nein ja, mit System-, Org- und eigenen Vorlagen
Umfragen und Abstimmungen Revier und Termin nein nein ja, sechs Typen
Sicherheitseinweisung Checkliste mit digital erfasster Unterschrift nein nein Checkliste mit Bestätigung je Crewmitglied
Charterübernahme und Rückgabe Übergabe- und Rückgabeprotokoll mit Fotos nein nein Checkliste mit Fotos
Logbuch täglich, GPS-basiert, Fotos Meilenbuch, per Apple Pencil ausfüllbar nein Logbuch, PDF, Seemeilennachweis
GPS-Track und Karte ja, im Hintergrund, OpenSeaMap Routenüberblick nein Karte mit Route und Track im Törn-Pass
Wetter ja Überblick nein nein
Chat ja, mit Push nein nein nein
Fotos ja, Timeline je Tag, Speicher kostenpflichtig nein nein ja, Galerie mit Alben, Kommentaren und Kartenpins im Törn-Pass
KI-Funktionen nein nein nein Mahlzeitenplaner, Revier-Infos im Törn-Pass
Vereine und Skipperschulen nein nein nein ja, eigene Ebene
Sprache Deutsch App Deutsch, Web-App sechs Sprachen mehrsprachig Deutsch und Englisch
Preis frei; Fotospeicher 2,99 bis 7,99 €/Monat frei frei frei; Törn-Pass 14,99 € einmalig, Plus 24,99 €/Jahr, Organisationen ab 249 €/Jahr, jeweils inkl. MwSt.

Stand der Angaben: September 2026. Die Angaben zu Bordcrew, plan2sail und Splid stammen von den Websites und App-Store-Seiten der Anbieter und geben deren öffentliche Darstellung wieder; Funktionen und Preise können sich seitdem geändert haben. Wer eine Abweichung bemerkt, schreibt uns — wir korrigieren die Tabelle.

Die drei Fragen, die den Vergleich entscheiden

Funktionslisten sind lang, die Entscheidung ist kurz. Sie hängt an drei Fragen.

1. Wie kommt die Crew hinein?

Bei acht Personen ist der Einstieg das eigentliche Nadelöhr. Bordcrew ist eine native App: Jedes Crewmitglied lädt sie aus dem Store, auch die Tante, die noch nie eine App installiert hat, und der Freund mit dem vollen Speicher. Das ist machbar, kostet aber genau die Nachrichten in der Gruppe, die man vermeiden wollte. plan2sail lässt sich wahlweise installieren oder im Browser öffnen.

Sailto läuft nur im Browser. Die Crew öffnet den Einladungslink, legt in einer Minute ein Konto an und ist drin, auf iPhone, Android, Tablet oder Laptop. Ein Konto braucht es trotzdem, damit Bordkasse und Kabinen einer Person zugeordnet sind. Wer die App-Erfahrung will, legt Sailto auf den Startbildschirm.

Splid geht am schnellsten, weil es am wenigsten will: Gruppe anlegen, Link teilen, Ausgaben eintragen.

2. Vor dem Törn oder an Bord?

Hier trennen sich die Wege am deutlichsten. Bordcrew ist an Bord am stärksten. GPS-Track im Hintergrund, Logbuch mit Fotos, Wetter, Chat mit Push: Das sind Dinge, die eine native App besser kann als ein Browser, und Bordcrew macht sie gut. Wer den Törn dokumentieren und die Crew unterwegs in einer App zusammenhalten will, ist dort richtig.

Sailto ist vor dem Törn am stärksten. Die Wochen zwischen Buchung und Ablegen sind die Zeit, in der Crews wirklich Organisation brauchen: Wer kommt, wer hat welchen Schein, wer schläft wo, wie viel Bordkasse, was wird gekocht, wer bringt was mit. Sailto speichert das nicht als Chatverlauf, sondern als Daten am Profil, und baut daraus Kabinenplan, Einkaufsliste, Einweisungsprotokoll und Abrechnung. Für Chat und Wetter an Bord nutzt die Crew, was sie ohnehin hat: WhatsApp und Windy.

Ehrlich gesagt: Wer vor allem den Törn erleben und festhalten will, braucht Sailto nicht. Wer ihn organisieren muss, kommt mit Bordcrew ein Stück weit, stößt aber bei Kabinen, Crew-Daten und Abrechnungsmodellen an Grenzen.

3. Einmal im Jahr oder zehnmal pro Saison?

Für die Freundescrew, die einmal im Jahr nach Kroatien fliegt, sind alle vier Apps kostenlos nutzbar und die Unterschiede eine Geschmacksfrage.

Anders sieht es aus, wenn jemand wiederholt organisiert: der Vereinsvorstand mit der Pfingstflottille, die Skipperschule mit zwölf Ausbildungstörns, die Skipperin, die viermal pro Saison eine neue Crew zusammenstellt. Dort zählt, was sich wiederverwenden lässt. Sailto hat dafür eine eigene Ebene: Boote mit Kabinenlayouts, die bei jedem Törn übernommen werden, Skipper-Verwaltung, eigene Packlisten- und Checklisten-Vorlagen, ein Dashboard über die Saison und Branding für die Crews. Bordcrew, plan2sail und Splid sind für die einzelne Crew gebaut und nennen Vereine oder Schulen auf ihren Seiten nicht als Zielgruppe.

Preise im Vergleich

Alle vier sind kostenlos nutzbar, die Modelle dahinter unterscheiden sich.

Bordcrew verdient am Fotospeicher: 100 Fotos in reduzierter Größe sind frei, HD-Speicher kostet je nach Menge zwischen 2,99 und 7,99 Euro im Monat oder 29,99 bis 79,99 Euro im Jahr. Die Organisatorin zahlt, die Crew nutzt mit. Für eine Woche mit vielen Fotos ist das günstig, als Dauerabo für einen Törn im Jahr eher nicht.

Sailto verdient an Zusatzfunktionen, nicht an Speicher: Die Organisation ist dauerhaft kostenlos, für unbegrenzt viele Törns und Crewmitglieder. Der Törn-Pass für 14,99 Euro einmalig schaltet für die ganze Crew KI-Mahlzeitenplaner, Revier-Infos, Karte mit Track, Drag-and-drop-Kabinenplaner und Topf-Modus frei und lässt sich über die Bordkasse teilen. Plus für 24,99 Euro im Jahr gilt für alle Törns, Organisationen zahlen ab 249 Euro im Jahr. Alle Beträge sind Endpreise inkl. 19 % MwSt. Details auf der Preisseite.

plan2sail und Splid sind in der Grundnutzung kostenlos; bei plan2sail nennt der App Store keine In-App-Käufe.

Wann welche App die bessere Wahl ist

Bordcrew, wenn die Crew den Törn an Bord in einer App erleben will: Track, Fotos, Chat, Logbuch. Besonders für Crews, die den Törn hinterher als Erinnerung behalten möchten, und für alle, die kein Problem damit haben, dass jeder eine App installiert.

plan2sail, wenn der Skipper mit dem iPad plant und ein Meilenbuch führen will, gern offline und mit dem Apple Pencil.

Splid, wenn wirklich nur die Bordkasse das Problem ist und der Rest über den Chat läuft.

Sailto, wenn die Organisation der Crew das Problem ist: viele Personen, Scheine und Allergien, Kabinen, zwei Abrechnungsmodelle, Einweisung mit Nachweis, und wenn niemand acht Leute zur App-Installation bewegen möchte. Und immer dann, wenn ein Verein oder eine Schule mehrere Törns pro Saison betreibt.

Was Sailto nicht kann

Der Vollständigkeit halber: Sailto hat keinen Chat und keine Wetterdaten, und es funktioniert nicht offline — ohne Verbindung lassen sich keine Daten lesen oder schreiben. Der GPS-Track kommt mit dem Törn-Pass und ist im Browser weniger komfortabel als in einer nativen App, die im Hintergrund aufzeichnet. Das ist eine bewusste Entscheidung: Für Wetter gibt es Windy, für Chat WhatsApp, für Seekarten Navionics, und alle drei machen ihre Arbeit besser, als eine Crew-App sie nachbauen könnte. Sailto kümmert sich um den Rest.

Fazit

Bordcrew begleitet den Törn. Sailto organisiert die Crew. Splid teilt die Kosten. plan2sail plant auf dem iPad. Wer weiß, welches dieser Probleme das eigene ist, hat die Wahl schon getroffen.

Wenn es die Organisation ist: Sailto ist kostenlos, für unbegrenzt viele Törns, ohne Crew-Limit und ohne App-Installation. Wie ein Törn damit Schritt für Schritt entsteht, steht in unserer Anleitung zur Törnplanung.

Häufige Fragen