Bordkasse fair aufteilen: 5 Methoden im Vergleich (Splitwise vs. Topf-Modus)
Splitwise, Topf-Modus, Pauschal, getrennte Töpfe oder Hybrid — fünf bewährte Wege, die Bordkasse aufzuteilen, mit Rechenbeispielen und einer Vergleichstabelle.
Splitwise, Topf-Modus, Pauschal, getrennte Töpfe oder Hybrid — fünf bewährte Wege, die Bordkasse aufzuteilen, mit Rechenbeispielen und einer Vergleichstabelle.
Kurz gesagt
Für die meisten Crews ist der Splitwise-Modus am fairsten: Jeder legt aus, was gerade anfällt, und am Ende rechnet die Gruppe mit möglichst wenigen Überweisungen ab. Wer gar nicht rechnen will, fährt mit dem Topf-Modus einfacher — alle zahlen vorab denselben Betrag ein, und sämtliche Ausgaben laufen dagegen. Daneben gibt es Pauschal-Vorab, getrennte Töpfe für Diesel und Lebensmittel sowie eine Hybrid-Variante; welche passt, hängt vor allem davon ab, wie oft der Einkäufer wechselt.
Drei Tage in der Adria. Die Crew hat schon zwei Hafenmeister bezahlt, einen Diesel-Stopp, dazu Brot, Gemüse, Wein und drei Restaurants. Niemand weiß mehr genau, wer was vorgestreckt hat. Am letzten Abend sitzt ihr im Cockpit, das Notizbuch ist halb leer, halb verschmiert — und ihr fangt an zu rechnen. So fühlt sich Bordkasse ohne System an.
Eine gut geführte Bordkasse ist auf jedem Charter-Törn der unsichtbare Stimmungs-Anker. Wird sie fair und nachvollziehbar geführt, redet niemand drüber. Wird sie schludrig geführt, redet die Crew am Steg über nichts anderes mehr. In diesem Artikel zeigen wir dir fünf bewährte Methoden, die Bordkasse fair aufzuteilen — mit konkreten Beispielen, Vor- und Nachteilen und einer Vergleichstabelle am Ende.
Die Bordkasse ist die gemeinsame Kasse einer Charter-Crew für alle Ausgaben, die der ganzen Crew zugutekommen: Diesel, Hafengebühren, Lebensmittel, Spüli, gemeinsame Restaurantbesuche, Eis am Steg, Sprudelwasser und Co. Nicht in die Bordkasse gehören üblicherweise: das eigene Bier an der Bar, persönliche Souvenirs, das Taxi zum Flughafen.
Drei typische Streitpunkte tauchen auf praktisch jedem Törn auf:
Die fünf Methoden unten lösen diese drei Probleme auf unterschiedliche Weise. Welche zu deinem Törn passt, hängt vor allem von der Crew-Größe, dem Vertrauensniveau und der Reisedauer ab.
Die mit Abstand populärste Methode unter erfahrenen Crews. Wer eine Ausgabe hat, streckt sie vor. Zum Beispiel: Anna bezahlt die Hafengebühren in Krk (62 €), Boris den Diesel-Stopp (180 €), Conny den Einkauf bei Konzum (94 €). Alle Ausgaben werden in einer geteilten Liste erfasst — mit Datum, Betrag, Beschreibung und der Info, für wen die Ausgabe war (alle, eine Untergruppe, einzeln).
Am Ende des Törns ergibt sich ein Saldo pro Person. Anna hat 230 € ausgelegt, ihr Anteil wäre aber 195 € — sie bekommt 35 € raus. Boris hat 180 € gezahlt, sein Anteil wäre 195 € — er zahlt 15 € nach. Ein guter Bordkassen-Helfer berechnet automatisch die minimale Zahl an Überweisungen, um alle Salden auszugleichen (statt 7 × hin- und her, oft nur 2–3 Transaktionen).
Die "klassische" Bordkasse: jedes Crew-Mitglied zahlt vor dem Törn einen festen Betrag ein — sagen wir 200 € pro Person, bei 8 Personen also 1.600 € im Topf. Der Skipper (oder eine vertrauenswürdige Crew) verwaltet den Topf physisch (Bargeld) oder digital (Konto). Aus dem Topf werden alle Bordkassen-relevanten Ausgaben bezahlt: Diesel, Hafen, Lebensmittel, Restaurants. Am Ende wird der Topf-Rest gleichmäßig zurückgezahlt — oder nachgeschossen, wenn das Geld nicht gereicht hat.
Häufig auf geführten Törns und Skippertraining-Reisen. Der Skipper kalkuliert vorab den voraussichtlichen Bordkassen-Bedarf für die Reisedauer (z. B. 250 € pro Person für eine Woche Adria), kassiert das vor Abreise ein und führt die Buchhaltung allein. Differenzen werden nicht nach dem Törn ausgeglichen — der Skipper trägt das Risiko und den Bonus.
Vorteile: Maximale Einfachheit für die Crew — alles geregelt vor der Reise. Kein Buchhalten an Bord, keine Überweisungen nachher.
Nachteile: Setzt großes Vertrauen in den Skipper voraus. Risiko und Bonus liegen beim Skipper — bei einem Diesel-Preis-Spike kann das schmerzhaft sein. Transparenz für die Crew ist gering.
Eine Variante, die vor allem auf längeren Törns oder in Crews mit unterschiedlichen Ernährungsstilen beliebt ist. Statt einer Bordkasse gibt es zwei oder drei:
Vorteile: Fairer für Crew-Mitglieder mit besonderen Ess-Gewohnheiten. Klare Trennung: Boots-Kosten sind nicht verhandelbar, Küchen-Kosten schon.
Nachteile: Drei Bordkassen statt einer — mehr administrativer Aufwand. Funktioniert nur mit guter App-Unterstützung mit Kategorisierung.
Die flexibelste Lösung für gemischte Crews: Ein Teil der Bordkasse wird pauschal vorab eingezahlt (Diesel, Hafen, Grund-Lebensmittel — z. B. 150 € pro Person). Alles darüber hinaus — Restaurants, Spontan-Einkäufe, Marina-Wäsche, Sundowner — läuft über den Splitwise-Modus.
Das funktioniert, weil die basale Crew-Liquidität sichergestellt ist (niemand muss erstmal 300 € Diesel auslegen), individuelle Ausgaben aber trotzdem fair zugeordnet werden können. Geeignet für Crews mit gemischten finanziellen Möglichkeiten und Reisen mit unklarer Restaurant-/Aktivitätsstruktur.
| Methode | Passt zu | Vorab-Zahlung | Aufwand unterwegs | Abrechnung am Ende | Fairness bei ungleichen Ausgaben |
|---|---|---|---|---|---|
| Splitwise | gemischte Crews, längere Törns | keine | jede Ausgabe erfassen | 2–3 Überweisungen (optimiert) | sehr hoch |
| Topf | eingespielte Crews, eine Woche | ja, fester Betrag | gering | Rest zurück oder Nachschuss | mittel |
| Pauschal-Vorab | geführte Törns, Skippertraining | ja, Festpreis | keiner für die Crew | keine | gering, Risiko beim Skipper |
| Getrennte Töpfe | unterschiedliche Ernährung, 10+ Tage | teilweise | hoch (zwei bis drei Kassen) | pro Topf | hoch |
| Hybrid | gemischte Liquidität, unklare Restaurantpläne | ja, Grundbetrag | mittel | wenige Überweisungen | hoch |
Als Faustregel: Je unterschiedlicher die Crew in Budget, Essgewohnheiten und Landgang-Lust ist, desto weiter rechts in der Tabelle sollte die Methode stehen. Je eingespielter die Crew, desto eher reicht der Topf.
Egal welche Methode du wählst — Bordkasse mit Stift, Papier oder halbfertiger WhatsApp-Liste ist 2026 nicht mehr nötig. Sailto deckt beide gängigen Methoden (Splitwise + Topf) ab, mit Belegfoto-Upload, Echtzeit-Saldo für die ganze Crew und automatischer Berechnung der minimalen Überweisungen am Ende des Törns.
Du kannst kostenlos starten — der Splitwise-Modus mit Belegfotos, Saldoberechnung, Ausgleichsvorschlag und CSV-Export ist dauerhaft kostenlos, für unbegrenzt viele Törns und ohne Crew-Limit. Der Topf-Modus gehört zum Törn-Pass für einmalig 14,99 € pro Törn, der für die ganze Crew gilt.
Wenn deine Crew sich kennt und ihr eine kurze Woche segelt: Topf-Modus. Wenn ihr länger unterwegs seid oder die Crew gemischt zusammensitzt: Splitwise. Wenn du als Skipper professionell anbietest: Pauschal. In Sailto kannst du beide Hauptmethoden parallel führen — du musst dich also nicht ein für alle Mal entscheiden.
Und das Wichtigste: Macht das System einmal ausdrücklich am Anfang des Törns klar. „Wir machen Splitwise, Belege fotografieren wir direkt in der App" — dieser eine Satz am Steg in Trogir oder Travemünde verhindert 80 % aller Bordkassen-Diskussionen.
Du willst Sailto auf deinem nächsten Törn ausprobieren? Hier kannst du kostenlos starten — ohne Kreditkarte, ohne Crew-Limit und für beliebig viele Törns.
Faustregel für Mittelmeer, Adria und Kroatien: 25–40 € pro Person und Tag für Diesel, Hafengebühren, Lebensmittel und gelegentliche Restaurantbesuche. Bei vielen Restaurant-Stopps eher 50–70 €. Auf Ostsee- und Nordsee-Törns liegt der Betrag oft niedriger, weil die Häfen günstiger sind.
Das ist eine reine Vertrauensfrage. Traditionell führt der Skipper die Kasse, praktisch macht es die Person, die sich freiwillig meldet und ordentlich arbeitet. In Sailto lässt sich die Rolle des Bordkassen-Warts an jemand anderen übergeben — der Skipper muss nicht zwangsläufig auch der Buchhalter sein.
Auf privaten Freundestörns zahlt der Skipper seinen Anteil wie alle anderen. Auf geführten Törns und Skippertrainings sind seine Crew-Tage dagegen meist frei, weil er entweder für die Leistung bezahlt wird oder den Charter selbst trägt. Wichtig ist nur, dass die Regelung vor dem Ablegen ausgesprochen wird.
Ein Schaden an Mast, Anker oder Beiboot wird üblicherweise nicht aus der Bordkasse bezahlt, sondern separat über die Schadensklausel im Chartervertrag und die Kaution. Sprich das einmal vor dem Törn durch, dann gibt es im Ernstfall keine Diskussion.
Ja, und für gemischte Crews ist genau das oft die beste Lösung. Ein Grundbetrag für Diesel, Hafen und Basis-Proviant wandert vorab in den Topf, alles darüber hinaus — Restaurants, Spontankäufe, Ausflüge — läuft über den Splitwise-Modus. So muss niemand 300 € Diesel vorstrecken, und individuelle Ausgaben bleiben trotzdem fair zugeordnet.
Bei acht Personen und naiver Abrechnung können es über zwanzig werden. Rechnet man die Salden zusammen und löst sie optimiert auf, bleiben meist nur zwei bis drei Zahlungen übrig. Sailto berechnet diesen Ausgleichsvorschlag automatisch — auch im kostenlosen Plan.